Authentischer Insiderbericht aus 22 Jahren Börsenparkett – von der Russland-Krise bis zur Lehman-Pleite
In seinem Buch #derbankbart beleuchtet Jürgen Schmitt die Banken- und Finanzbranche differenziert, reflektiert und durchaus kritisch. Als Branchen-Insider mit mehr als 30 Jahren Erfahrung in einer deutschen Großbank, unter anderem im Wertpapier- und Derivatehandel, kennt er die Stärken und Schwachstellen der Branche aus erster Hand.
Schmitt betrachtet die Bankbranche als unverzichtbaren Bestandteil der Wirtschaft, der sich jedoch dringend modernisieren und kommunikativ öffnen muss. Dabei betont er die gesellschaftliche Verantwortung von Banken, die über das reine Geldverdienen hinausgeht und insbesondere die Förderung von Finanzbildung und Aufklärung umfasst.
Die wichtigsten Erkenntnisse aus #derbankbart
Schmitts Beurteilung lässt sich in folgende Kernpunkte zusammenfassen:
1. Permanente Transformation und das Ende von „Das haben wir schon immer so gemacht“
Schmitt beschreibt die Finanzindustrie als eine Branche, die sich in einer permanenten Transformation befindet. Die Zeiten, in denen eine Bankausbildung eine lebenslange, unveränderliche Jobgarantie bis zum Ruhestand bedeutete (wie er es beim Einstieg in den 90er-Jahren noch erlebte), sind endgültig vorbei.
- Er kritisiert die oft starren Strukturen und die Abwehrhaltung in vielen Banken. Bei der Phrase „Das haben wir schon immer so gemacht“ rollen sich ihm sprichwörtlich „die Fußnägel auf“.
- Er fordert von den Banken mehr Offenheit, Kreativität und Entdeckerfreude sowie die Etablierung einer gesunden Fehlerkultur („Space to make mistakes“).
2. Imagekrise und die Frage nach dem Mehrwert
Der Autor verschließt nicht die Augen vor dem beschädigten Image der Branche. Er spricht offen an, dass die Finanzindustrie durch Skandale (auch im Bereich des Handels) Vertrauen verspielt hat.
- Er stellt fest, dass sich viele Menschen heute berechtigterweise fragen: „Wieso benötigen wir Banken und die Finanzindustrie überhaupt noch? Was ist deren Mehrwert und was trägt diese Industrie zur Wirtschaft bei?“
- Für Schmitt liegt die Lösung darin, dass Banken wieder durch Substanz statt Lautstärke überzeugen und ihre gesellschaftliche und wirtschaftliche Relevanz transparent und verständlich erklären müssen.
3. Die Pflicht zur Finanzbildung (Verantwortung der Branche)
Ein zentrales Anliegen des Autors ist die Finanzbildung. Hier sieht er die Finanzindustrie ganz klar in der Pflicht:
- Da Banken und deren Mitarbeiter täglich mit Finanzthemen arbeiten, verfügen sie über das fundierteste Praxiswissen. Schmitt fordert, dass die Industrie dieses Wissen einfach, verständlich und werbefrei an die Menschen weitergibt.
- Er kritisiert eine gewisse Doppelmoral in der Branche: Zwar nicken alle Beteiligten das Thema Finanzbildung als „wichtig“ ab, doch nur wenige Player sind bereit, sich dafür auch finanziell oder aktiv einzubringen („Lass das mal die anderen machen“). Er fordert hier vehement „Taten statt Worte“.
- Banken müssen in seinen Augen ein seriöses Gegengewicht zu den vielen „Glücksrittern“ und unseriösen Finfluencern im Internet bilden, die schnellen Reichtum versprechen.
4. Rückbesinnung auf echte Werte (Integrität und Vertrauen)
Schmitt erinnert an die klassischen Werte, die er in seiner Ausbildung gelernt hat: Verschwiegenheit, Integrität und Vertrauen („Vertrauen ist der Anfang von allem“).
- Er bemängelt jedoch, dass diese Werte oft hinter einer unnahbaren, steifen Fassade versteckt werden.
- Er plädiert dafür, dass Banken im digitalen Zeitalter menschlicher, nahbarer und greifbarer kommunizieren müssen, um das verlorene Vertrauen der Kunden zurückzugewinnen.
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Stand: Juni 2026
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